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Prozess um Kindstötung wird neu aufgerollt

In Niederbayern beginnt heute ein spektakulärer Prozess. Eine Erntehelferin steht nochmal wegen Kindstötung vor dem Landgericht Deggendorf.
Vor einem Jahr war die Frau zu zwei Jahren Bewährung verurteilt worden.Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil auf Antrag der Staatsanwaltschaft aufgehoben. Die Erntehelferin soll im Sommer 2015 ihr Kind auf einer Toilette zur Welt gebracht, danach getötet und auf einem Rübenacker bei Plattling verscharrt haben.
Im ersten Verfahren hatte die Strafkammer nach der Beweisführung keine Anhaltspunkte für ein aktives Handeln der Angeklagten gesehen. Der Tod des Jungen hätte nur verhindert werden können, wenn die Mutter ihn sofort aus der Kloschüssel genommen hätte. Die Frau sei aber in einer Ausnahmesituation gewesen, begründeten die Richter ihrer Entscheidung. Vor einem Jahr hatte die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft wegen Totschlags durch Unterlassung gefordert. Die Angeklagte sei als Mutter die Garantie für das Leben ihres Kindes, hatte der Anklagevertreter betont. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Es sollen insgesamt acht Zeugen und zwei Sachverständige vernommen werden. Das Urteil wird noch Ende März erwartet.