Angeklagte läßt den Anwalt reden

Eine Erntehelferin muss sich knapp 20 Monate nach dem Tod ihres neugeborenen Sohnes erneut wegen Totschlags vor dem Landgericht Deggendorf verantworten.Laut Anklage hat die Frau aus Polen im Juli 2015 auf der Toilette ihrer Unterkunft in Plattling einen lebensfähigen Buben zur Welt gebracht.Anschließend soll sie das Neugeborene in der Kloschüssel sterben lassen und die Leiche auf dem Grundstück vergraben haben.Vor Gericht äußerte sich die Frau nicht zu dem Vorwurf, sondern ließ ihren Anwalt eine Erklärung verlesen. Demnach sei sie von der Geburt überrascht worden. Als sie das Neugeborene aus der Toilettenschüssel zog, habe es bereits nicht mehr gelebt. Daraufhin habe sie den toten Buben in einen Eimer gelegt, die Toilette gesäubert und dann dieLeiche im Gemüsefeld vergraben. Die Frau beteuerte, nichts aktiv unternommen zu haben, um das Baby zu töten.In erster Instanz war die damals 24-Jährige im Februar 2016 zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Deggendorf hatte die Strafe wegen fahrlässiger Tötung zur Bewährung ausgesetzt. Gegen dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Daher muss der Fall erneut verhandelt werden.Das Urteil wird noch Ende März erwartet.